Detlef Keck
Die Erfahrungen eines Engels im Cura Betreuungsverein
"Rationalisierung und Optimierung des Cura Betreuungsvereins - Überprüfen
der innerbetrieblichen Arbeitsabläufe mit dem Ziel der Rationalisierung. Die
Maýnahmen sollen geeignet sein, Cura aus den roten Zahlen zu bringen."
So
lautete die Beschreibung dieses aussergewöhnlichen Projektes bei Gute-Tat.de, die
Detlef Keck im Februar dazu bewegte, sich ehrenamtlich zu engagieren. "Es hätte
auch eine Beschreibung meiner beruflichen Tätigkeit sein können", schmunzelt er.
Weil sich der Cura Betreuungsverein keinen hauptberuflichen
Unternehmensberater leisten könne, habe Anna Fischer das Projekt schon seit
circa drei Monaten angeboten - und gar nicht mehr damit gerechnet, noch jemanden
zu finden. Aber Engel kommen ja bekanntlich, wann sie wollen.
Als Motivation
gibt Herr Keck an, dass im sozialen Bereich viele davon ausgehen, dass ihre
Arbeit nicht messbar sei - er wolle das Gegenteil beweisen. Und das gelingt,
denn seine anonymen Analysen stimmen meist mit der Einschätzung der
Geschäftsführer zu den Mitarbeitern überein - sie untermauern also ihr
"Bauchgefühl" mit einer fundierten, betriebswirtschaftlichen Basis. Überhaupt
scheint es, als würden hier zwei Welten aufeinander treffen: einerseits Frau
Fischer mit der langjährigen Erfahrung im sozialen Bereich und andererseits der
Diplom-Betriebswirt Detlef Keck - Bauchgefühl trifft Kopfmenschen. Die wahre
Herausforderung sieht der 58-Jährige aber nicht im Aufstellen der vielen
Analysen und Diagramme, sondern in der Vorarbeit: "Diese riesige Datenflut zu
ordnen und zu bewältigen hat wesentlich mehr Zeit gekostet als daraus die
Ergebnisse abzuleiten."
Auf die Frage, ob er diese Aufgabe auch für andere Vereine übernehmen würde,
winkt er ab mit der Begründung: "Genau das Gleiche würde ich nicht noch einmal
tun, denn das wird dann ja zu richtiger Arbeit." Aber eine ähnliche
Herausforderung kann er sich jedoch schon vorstellen.
Sein Tipp für
angehende Engel: jeder, der mit dem Gedanken spielt, sich ehrenamtlich zu
engagieren, sollte es auch wirklich tun. Denn neben dem Blick über den
Tellerrand bietet ehrenamtliche Arbeit auch ein groýes Maý an Freiheit. Dies
kann auch Frau Fischer bestätigen: aufgrund der fehlenden Bezahlung entstehe bei
den Ehrenamtlichen ein Gefühl der Selbstbestimmtheit, was zu einer hohen
Einsatzbereitschaft führe. Oder wie Herr Keck es formuliert: "Ehrenamtliche
Arbeit ist die Freiheit, sich Zwängen zu unterwerfen." Und diese Freiheit
genieýt er sichtlich.

