Viola Hoppe und Gabriela Sternberg-Raasch
Die Erfahrungen zweier Engel beim Katalogisieren einer Schulbücherei
Viola Hoppe und Gabriela Sternberg-Raasch machen einen
zufriedenen Eindruck. Sie sind die Engel in der Schulbücherei der
Helmuth-James-von-Moltke-Grundschule in Berlin-Charlottenburg. Sechs Jahren lang
stand sie leer und die Bücher verwaisten zunehmend. Doch damit ist nun Schluss.
Die beiden Frauen entstauben und ordnen die Bücher, damit sie bald wieder von
hungrigen Kinderaugen verschlungen werden können.
"Wir wollen Kindern den einfachen Zugriff zu Büchern ermöglichen, denn viele haben bestimmt noch keines gelesen", sagt dazu der Schulleiter Hr. Stefan. Seiner Meinung nach liegt das erschreckende Abschneiden der deutschen Schüler bei der internationalen Pisa-Studie vor allem an der fehlenden Leseerfahrung: "Die Kinder überfliegen meist nur und konzentrieren sich nicht beim Lesen. Es bleibt nichts hängen. Da wollen wir zumindest die Möglichkeit anbieten, sich Bücher auszuleihen."
Die Engel rangieren die alten Wälzer aus, die heutige
Kinder schon allein von der Aufmachung her abschrecken. Beim Stöbern entdecken
sie allerdings auch vieles aus ihrer Jugend wieder. "Man findet Bücher aus der
eigenen Schulzeit und fängt schon mal an, darin zu schmökern. Daran sieht man,
wie alt man ist", scherzen die Beiden.
Von Gute-Tat.de hat Viola Hoppe, die als Schulsekretärin arbeitet, aus der
Zeitung erfahren und hat ihre Freundin Gabriela, derzeit Hausfrau, auch aufgrund
ihrer Büchereierfahrung in der Kirche angesprochen.
Für das Schulprojekt
haben sie sich entschieden, weil sie keinen weiten Anfahrtsweg haben und ihre
Liebe zu Büchern ausleben können. "Es tut weh, wenn man weiý, dass so etwas
Schönes nicht genutzt wird", beschreiben sie ihre Motivation.
Besonders
gefällt ihnen, dass sie selbst bestimmen können, wie sie die Schmöker ordnen und
dass sie auch eigene Ideen einbringen können. Beispielsweise bei einer Liste mit
Büchern, die für die Zukunft angeschafft werden sollen - da dürfen aktuelle Hits
wie "Harry Potter" natürlich nicht fehlen.
Das Wichtigste bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit sind neben Ordnungsliebe und übersicht ein Wassereimer und "keine Angst vor Bücherstaub" - weshalb auch stets ein Flasche mit Wasser für die trockenen Kehlen bereitsteht.
Die Initiative "Heute ein Engel" wird unterstützt durch 

