Wie ein offenes Buch

 

tl_files/gutetat/images/content/engelgeschichten/offenes_buch_1.jpgDer mich schon lange begleitende Gedanke eine ehrenamtliche Tätigkeit auszuüben, wurde wieder präsent an einem Aprilabend dieses Jahres. Während ich auf die U-Bahn wartete, nahm ich die auf einer Bank liegende Zeitung und entdeckte dort eine kleine Anzeige über die Projekte von Gute-Tat.de. So meldete ich mich bei der Stiftung an. Einige Tage danach kam ich zum ersten Mal in eine Einrichtung in Neukölln, deren Mitarbeiter sich u.a. mit der Nachhilfe für die Kinder aus diesem Bezirk beschäftigten. Der erste Satz, an den ich mich erinnern kann, war: "Wir haben eine Neue." So beschloss ich, zusammen mit der Kindergruppe und ihren beiden Betreuern "älter" zu werden.

 

tl_files/gutetat/images/content/engelgeschichten/offenes_buch_2.jpgDie Begleitung der Kinder bei den Hausaufgaben ein Mal wöchentlich ließ mich einerseits nur begrenzt an ihrem Erleben des Schultags teilnehmen, andererseits hatte ich die Möglichkeit viele Momente zu erleben, die sowohl durch Freude als auch durch Reflexion begleitet wurden. Was sich bei mir in den letzten 3 Monaten verändert hat, lässt sich nicht nur in zeitlichen und räumlichen Rahmen umfassen, sondern vielmehr wohnt der Wandel im unsichtbaren Bereich der Emotionen. So gesehen ist für mich die Hilfe bei den Hausaufgaben nur ein Weg, der es ermöglicht jedes Kind, mit Stärken und Schwächen, kennen zu lernen. Das Zusammensein in einer Gruppe, mit der bewussten oder unbewussten Mitwirkung jedes Einzelnen, verstehe ich wie das gemeinsame Schreiben eines Buches. Dabei ist weniger wichtig worüber, sondern wie das Buch geschrieben wird und dass jeder in der Kindergruppe an dessen Entstehen einen Anteil hat.

Zurück