Claudia Storl
Als ich mich im Januar diesen Jahres als ehrenamtliche Helferin bei „Wellcome“ meldete, wurde ich aufgrund meines Alters und meiner Motivation komisch angeschaut.
Die Projektkoordinatorin sagte, dass ich mit 29 Jahren die jüngste dort bin. Für
mich war es jedoch wichtig, an einem Projekt in meinem Stadtbezirk teilzunehmen
und auf Menschen in meinem Alter zu treffen. Und ich hatte Zeit, denn ich befand
mich im Jobwechsel. Nach wenigen Tagen wurde der Kontakt zu einer jungen Familie
in meiner Nachbarschaft hergestellt, und die gegenseitige Sympathie war sehr
groß. Beim zweiten Treffen gingen wir zusammen in die Kita und ich lernte die
ersten Abläufe in der Familie kennen. An den folgenden Tagen schob ich den
kleinen Sohn mit dem Kinderwagen im Kiez hin und her und beschäftigte ihn für 2
bis 3 Stunden. Die völlig überarbeitete (weil selbständig und daher ohne
Mutterschutz) und übernächtigte (weil stillende) Mama erholte sich in dieser
Zeit ein wenig oder kümmerte sich um den größeren Sohn. Manchmal war ich 3 mal
in der Woche für sie da.
Inzwischen haben sich neue wunderbare Wege in der Familie aufgetan: sie
haben sich eine Auszeit genommen und sind gerade zu viert in ihrem ersten
gemeinsamen Urlaub. Die Mama hat sich vorgenommen kürzer zu treten, und somit
ist es fast von allein zu einem Happy End gekommen: die Familie hat sich neu
orientiert, wir sind gute Bekannte geworden und mein neuer Job begann gestern.
Durch meine Arbeitszeit werden wir uns in Zukunft nicht mehr so spontan verabreden können. ich freue mich dennoch sehr, diese Familie kennen gelernt zu haben und hoffe auf eine lange Partnerschaft.

